Unfallkasse Baden-Württemberg

Musterintegrationsvereinbarung nach § 83 SGB IX

Die Integrationsvereinbarung – eine Chance für alle!

Der Gesetzgeber hat in § 83 Sozialgesetzbuch - SGB - IX im Rahmen der besonderen Regelungen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen den Arbeitgeber verpflichtet, zusammen mit der Schwerbehindertenvertretung und den Personalvertretungen eine verbindliche Integrationsvereinbarung zu treffen.

Das Instrument der Integrationsvereinbarung soll die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben dadurch stärker unterstützen, dass die betriebliche Integrationsarbeit über solche Zielvereinbarungen gesteuert wird.

Es sollen dabei betriebsnahe Vereinbarungen abgeschlossen werden, die geeignet sind, die Beschäftigungssituation spürbar zu verbessern. Dadurch sollen Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen in den Betrieben eingerichtet oder erhalten werden und gute Arbeitsplatzbedingungen für die schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen werden.

In einer Integrationsvereinbarung kann z. B. stehen, dass

  • bei freien Stellen geprüft wird, ob diese auch für schwerbehinderte Menschen geeignet sind,
  • andere Arbeitszeiten mit schwerbehinderten Menschen abgesprochen werden,
  • Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Jugendliche geschaffen werden,
  • als Ziel eine Beschäftigungssicherung behinderter Beschäftigter vereinbart wird,
  • die berufliche Förderung und die Fort- und Weiterbildung der behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vereinbart werden,
  • eine Barrierefreiheit beim Arbeitgeber erreicht wird und
  • der Betriebsarzt auch für Beratungen über Leistungen zur Teilhabe sowie über besondere Hilfe im Arbeitsleben herangezogen wird.

Die Integrationsvereinbarung dient damit nicht nur der Umsetzung der Zielvorstellung des SGB IX, behinderte Menschen am Arbeitsleben in gleichberechtigter Art und Weise teilhaben zu lassen, sondern ist auch ein Instrument zur Erfüllung der Pflichten des Arbeitgebers, um zum Beispiel die in § 71 SGB IX geforderte Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen zu erreichen bzw. zu halten.

Damit wird auch die gesetzlich normierte Verpflichtung der Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen wenigstens 5 Prozent hiervon mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen, unterstützt und sinnvoll ausgestaltet und der Arbeitgeber kann durch diese Beschäftigung schwerbehinderter Menschen auch die ebenfalls gesetzlich festgelegte Ausgleichsabgabe einsparen.

Insgesamt können dadurch also sowohl behinderte Beschäftigte als auch Arbeitgeber, die schwerbehinderten Menschen die Chance der beruflichen Einliederung und damit der Teilhabe am Arbeitsleben einräumen und erhalten, von dieser gesetzlichen Möglichkeit profitieren.

Ein Mustervorschlag für eine solche betriebliche Integrationsvereinbarung kann als Basis für eine zu konkretisierende und den individuellen Gegebenheiten der einzelnen Betriebe und Unternehmen anzupassende, effektive und zielorientierte Integrationsvereinbarung dienen.

Hier die vom Bundesverband der Unfallkassen (BUK) herausgegebene Musterintegrationsvereinbarung.