Unfallkasse Baden-Württemberg

Prozessschritte

1. Gesundheitspolitik der Organisation                

Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten und den Unternehmenserfolg. Die Gesundheitspolitik einer Organisation definiert die Grundsätze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten (Badura, 2010). Als modernes Instrument können die Gesundheitspolitik und ihre Umsetzung  im Rahmen eines umfassenden Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zum nachhaltigen Erfolg Ihres Unternehmens beitragen.

2. Ziele für die Gesundheit im Betrieb – „am Anfang jeden Weges steht ein Ziel“

Erst wenn die Ziele für die „Gesundheit im Betrieb“ festgelegt sind, können Sie Ihre Strategie entwickeln und entscheiden welcher Weg Sie Ihren Zielen näher bringt. Die nachhaltige Entwicklung und Umsetzung von Gesundheitszielen ist als langfristiger Prozess angelegt.
Das übergeordnete Ziel „Gesundheit im Betrieb“ kann nicht direkt gemessen werden. Deswegen muss jeder Betrieb, die für ihn relevanten Handlungsfelder und Kennzahlen für die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz festlegen. 

3. Strukturen

Um das Betriebliche Gesundheitsmanagement und die Gesundheitsziele in die betrieblichen Prozesse zu integrieren, ist es wichtig alle betroffenen Bereiche zusammenzuführen. Die internen Ansprechpartner eines Unternehmens aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz (z. B. Fachkraft für Arbeitssicherheit, Personalrat) müssen untereinander und mit externen Partnern (z. B. Unfallversicherungsträgern) kooperativ zusammenarbeiten. Deswegen ist die Gründung eines Steuerungsgremiums in ihrem Unternehmen, mit einer für das BGM verantwortlichen Person unverzichtbar.

Die Aufgaben des Steuergremiums sind

  • die Aktivitäten des BGM steuern (planen, durchführen, kontrollieren und verbessern)
  • den Betrieb über Aktivitäten des BGM informieren
  • Vernetzung aller für den Prozess wichtigen Beteiligten (z. B. Arbeitsschutzausschuss, BEM, Personalmanagement/-entwicklung).

4. Bereitstellung von Ressourcen

Sie müssen sicherstellen, dass der für das BGM verantwortlichen Person und den Mitgliedern des Steuergremiums die notwendigen Ressourcen (zeitlich, personell, finanziell, materiell) zur Umsetzung des BGM zu Verfügung stehen.

5. Analyse

Mit einer zielgerichteten Analyse können Sie Stärken, aber auch Schwächen Ihres Unternehmens aufdecken. Um herauszufinden in welchen Handlungsfeldern der Handlungsbedarf in Ihrem Unternehmen liegt, ist es wichtig vor der Maßnahmenplanung eine Analyse durchzuführen. So können Zusammenhänge zwischen den Arbeitsbedingungen und der Gesundheit der Beschäftigten (z. B. zwischen Führungsverhalten und Arbeitszufriedenheit) verlässlich aufgezeigt werden. Wichtig bei der Analyse ist die Partizipation der Beschäftigten, durch z .B. subjektive Analyseverfahren wie Mitarbeiterbefragungen.  

6. Maßnahmenplanung und Umsetzung

Vor der Maßnahmenplanung werden auf Grundlage der Analyseergebnisse Feinziele nach dem SMART-Prinzip festgelegt (Spezifisch – Messbar – Akzeptiert/Attraktiv – Realistisch – Terminiert). Daraus ergibt sich der Handlungsbedarf, der wiederum mit einer Prioritätenfestlegung versehen wird. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden können anschließend Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet und geplant werden. BGM umfasst dabei immer Maßnahmen der Verhältnis- und der Verhaltensprävention.
    

7. Evaluation

Die umgesetzten Maßnahmen müssen evaluiert werden. Durch eine Evaluation wird geprüft, ob die umgesetzten Maßnahmen zum gewünschten Erfolg geführt haben.

BGM – ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Die Evaluation kann Hinweise geben, was an der Umsetzung des betrieblichen  Gesundheitsmanagements im Unternehmen verbessert werden sollte. Deswegen werden die Ergebnisse der Evaluation für eine kontinuierliche Weiterführung und Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes genutzt.